draft

Kadenzen der jonischen Durtonleiter

Zurück zum Inhalt

Im Kapitel Die Durtonleiter und ihre Skalen und Akkorde wurden die Akkorde und Skalen der Durtonleiter eingeführt. Hier legen wir den Fokus auf die funktionale Bedeutung der Akkorde und führen die Durkadenz ein:

VIm7 - Die Tonika mit ihrer äolischen Tonleiter
Der Moll-Akkord auf der sechsten Stufe, hier das Am7, wird als Verlängerung der Tonika, parallele Molltonart und Startpunkt der Kadenz angesehen. In der zugehörigen äolischen Tonleiter gilt der 6. Ton oder die b13 als verboten, weil sie den Grundton der folgenden Subdominante (hier: f) vorwegnehmen würde.

IIm7 - die Subdominante mit ihrer dorischen Tonleiter
Der Mollakkord auf der zweiten Stufe mit seiner dorischen Tonleiter wird als Subdominante bezeichnet. In der Kadenz gilt die 13, hier das B, als verbotener Ton, weil er die Terz der folgenden Dominante vorwegnehmen würde.

V7 - Die Dominante mit ihrer mixolydischen Tonleiter
Auf der fünften Stufe finden wir den Dominantseptakkord, hier G7, der als Dominante bezeichnet wird. Als Sus4-Akkord gilt die Terz, hier das B, als verboten, da sie sich zu sehr mit dem vierten Ton, hier das C, reibt. Umgekehrt gilt in einem Dominantsepakkord die 4 bzw. 11 aus demselben Grund als verboten. Die zugehörige Tonleiter ist die mixolydische Tonleiter.

Imaj7 - die Tonika mit ihrer jonischen Tonleiter
Der Imaj7-Akkord, hier der Cmaj7 auf der ersten Stufe mit seiner jonischen Tonleiter, wird als Tonika oder Tonzentrum bezeichnet. Man sagt auch das Stück ist in C-Dur. In der Dur-Kadenz gilt die 11, hier das F, als verbotener Ton, weil F der Grundton der Subdominante Fmaj7 ist und keine wichtigen Töne vorwegommen werden sollten.

IIIm7 - Verlängerung der Tonika mit phrygischen Tonleiter
Der IIIm7-Akkord, hier der Em7 auf der dritten Stufe mit seiner phrygischen Tonleiter, gilt als Verlängerung der Tonika. In der Dur-Kadenz gilt die b9, hier das F, als verbotener Ton, weil F der Grundton der Subdominante Fmaj7 ist und keine wichtigen Töne vorwegommen werden sollten.

IVmaj7 - Die Subdominante mit ihrer lydischen Tonleiter
Die Subdominante auf der vierten Stufe, hier Fmaj7, wird als IVmaj7 bezeichnet. Die zugehörige lydische Tonleiter hat keine verbotenen Töne, weil der IVmaj7 in der Regel am Ende der Kadenz steht.


Résumé Dur-Kadenzen

  • V7 -> Imaj7 (Minimalform)
  • IIm7 -> V7 -> Imaj7
  • VIm7 -> IIm7 -> V7 -> Imaj7
  • VIm7 -> IIm7 -> V7 -> Imaj7 -> IVmaj7
  • VIm7 -> IIm7 -> V7 -> Imaj7 -> IIIm7 -> IVmaj7

Diese Dur-Kadenzen sind überall in der Musik anzutreffen und bilden die Grundlage der Analyse fast jeden Musikstücks.

Wichtig für Einsteiger: Alle Akkorde der Dur-Kadenzen wurden aus der Durtonleiter abgeleitet, d.h. man kann über alle Akkorde mit ein und derselben Durtonleiter (hier C-Dur) improvisieren.