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Die Durtonleiter und ihre Skalen und Akkorde

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Jonisch:
Man nehme eine Durtonleiter z.B. vom Ton c ab und wähle den 1., 3., 5., und 7. Ton zum Aufbau eines Akkords. Zur Unterscheidung verlängern wir die Tonleiter um eine Oktave und nehmen dort den 2., 4. und 6. Ton, also den 9., 11. und 13., und bezeichnen diese als Optionen. Da es sich bei dem 3. und 7. Ton um eine große Terz und eine große Septime handelt, bezeichnet man sie üblicherweise als M3 und maj7, und bezeichnen den aus den Tönen 1-M3-5-maj7 entstandenen Akkord als Cmaj7 und die Tonleiter als jonisch.
Der vierte Ton, also die 11 - hier das f -, gilt als verbotener Ton, weil er - wie wir später sehen werden - in der typischen Akkordfolge den Grundton der Subdominante vorwegnimmt.

Dorisch:
Dasselbe machen wir nun vom zweiten Ton d, also c-Dur von d ab und erhalten die dorische Tonleiter. Der aus dem 1., 3., 5. und 7. Ton gebildete Akkord ist ein Mollakkord, Da es sich beim 3. und 7. Ton um eine kleine Terz und kleine Septime handelt, bezeichnet man sie üblicherweise als m3 und 7, und bezeichnet den aus den Tönen 1-m3-5-7 gebildeten Akkord als Dm7 und die Tonleiter als dorisch. D dorisch ist also c-Dur vom Ton d ab.
Der sechste Ton, also die 13 - hier das h -, gilt als verbotener Ton, weil er - wie wir später sehen werden - in der typischen Akkordfolge die Terz der folgenden Dominante vorwegnimmt.

Phrygisch:
Das Spiel machen wir weiter für den 3. Ton e und erhalten wieder aus der Tonfolge 1-m3-5-7 einen Mollakkord und nennen die Tonleiter phrygisch. E phrygisch ist also c-Dur vom Ton e ab.
Der zweite Ton also die b9 - hier das f- gilt als verbotener Ton, weil er - wie wir später sehen werden - in der typischen Akkordfolge den Grundton der Subdominante vorwegnimmt.

Lydisch:

Vom 4. Ton ab erhalten wir einen Durakkord mit der Tonfolge 1-M3-5-maj7 und nennen die Tonleiter f lydisch. F lydisch ist also c-Dur vom Ton f ab. Die lydische Tonleiter enthält keine verbotenen Töne.

Hier weiche ich vom üblichen Schema 1-M3-5-maj7 ab, und nehme die #11 statt der 5 aus den folgenden Gründen:
  • Die Durtonleiter hat bereits einen Durakkord mit reiner Quinte auf der ersten Stufe
  • Die #11 besttimmt den lydischen Vierklang, einen der interessantesten der 165 möglichen Vierklänge

Die Spannung zwischen der #11 und dem Grundton (Tritonus) prägt den Klang dieses Durakkords. Es ist kein Dominantseptakkord, der nach Auflösung strebt. Es ist eigentlich die Subdominante, kann aber auch eigenständig ein Tonzentrum bilden. Diese vier Töne bilden einen eigenen, einmaligen Klang, der oft bei der Jazzimprovisation genutzt wird.

Mixolydisch:
Vom 5. Ton ab erhalten wir einen Durakkord - wegen der großen Terz und kleinen Septime Dominant-Septakkord genannt - mit der Tonfolge 1-M3-5-7 und nennen die Tonleiter g mixolydisch. G mixolydisch is also c-Dur vom Ton g ab.
In der mixolydischen Tonleiter gilt der vierte Ton, also die 11, als verbotener Ton. Oder, wenn wir einen sus4-Akkord spielen, ist der dritte Ton, also die große Terz M3, der verbotene Ton. M3 und 11 werden niemals gleichzeitig gespielt. Entweder spielt man einen sus4-Akkord mit der 11, oder einen Dominantseptakkord ohne die 11 und stattdessen mit der großen Terz.

Äolisch:
Vom 6. Ton ab erhalten wir einen Moll-Akkord mit der Tonfolge 1-m3-5-7 und nennen die Tonleiter a äolisch. A äolisch ist also c-Dur vom Ton a ab.
Der sechste Ton, also die b13 - hier das f -, gilt als verbotener Ton, weil er - wie wir später sehen werden - in der typischen Akkordfolge den Grundton der Subdominante vorwegnimmt.

Lokrisch:
Vom 7. Ton ab erhalten wir einen Moll-Akkord mit verminderter Quine und der Tonfolge 1-m3-b5-7 und nennen die Tonleiter b Lokrisch. B Lokrisch ist also c-Dur vom Ton b ab.


Résumé

  • Die aus der Durtonleiter abgeleiteten Skalen
    • jonisch (Tonika)
    • dorisch (Subdominante)
    • phrygisch (Tonika)
    • lydisch (Subdominante)
    • mixolydisch (Dominante)
    • äolisch (Tonika)
    • lokrisch
    und die zugehörigen Akkorde sind die weitverbreitetsten und wichtigsten. Was noch fehlt sind die alterierten, verminderten und übermäßigen Akkorde. Sie lassen sich aus ihr nicht bilden, so dass wir uns aus weiteren Tonleitern bedienen müssen.

  • Die Bezeichnungen Tonika, Dominante und Subdominante werden im Kapitel Durtonleiter-Harmonien und -Kadenz erklärt.